Hast du dich jemals gefragt, wie sich China jenseits der glitzernden Wolkenkratzer von Shanghai oder der kaiserlichen Pracht Pekings anfühlt? Mein Weg nach Dunhuang war purer Zufall – ein glücklicher Umstand auf einer längeren Reise. Doch was ich dort fand, hat mein Bild von China nachhaltig verändert. Fernab der gut entwickelten Küstenregionen öffnet sich in der Provinz Gansu eine Welt, die so viel vielseitiger, interkultureller und mystischer ist, als man es aus den großen Metropolen an Chinas Küste kennt. In diesem Artikel möchte ich dich mitnehmen an einen Ort, an dem die Geschichte der Seidenstraße noch heute im Wind der Dünen liegt und dir die besten Sehenswürdigkeiten Dunhuang zeigen.

Das Tor zur Seidenstraße: Die Anreise nach Dunhuang

Dunhuang liegt in der Provinz Gansu und erfordert, das muss man offen sagen, ein wenig Planung. Da die Stadt abseits der üblichen Hochgeschwindigkeitsstrecken liegt, ist der Weg dorthin bereits Teil des Abenteuers. Wer es jedoch bis hierher schafft, wird mit einer Authentizität belohnt, die ihresgleichen sucht.
Am unkompliziertesten erreicht man Dunhuang per Flugzeug. Die großen Flughafen-Hubs wie Peking, Shanghai oder Xi’an bieten zumindest an ausgewählten Tagen Direktflüge an. Die höchste Frequenz an Direktflügen bietet jedoch die Provinzhauptstadt Lanzhou, weshalb ihr viele Flugverbindungen mit einem Umstieg dort finden werdet. Falls du lieber mit dem Zug reist, solltest du Zeit einplanen: Der Bahnhof von Dunhuang (敦煌站 – Dūnhuáng Zhàn) wird derzeit nicht von den modernen Schnellzügen angefahren. Eine Fahrt von Lanzhou kann zwischen 8 und 12 Stunden dauern.
Passt Dunhuang in deinen Reiseplan? Meine Bewertung:
Hier findest du einen schnellen Überblick, ob Dunhuang und die dortigen Sehenswürdigkeiten die beste Wahl für deinen Reiseplan sind:
| Authentizität | 🍌🍌🍌🍌 (4/5) | Natur | 🍌🍌🍌🍌 (4/5) |
| Andrang | 🍌🍌🍌🍌(4/5) | Budget | 🍌🍌🍌🍌 (4/5) |
| Zugänglichkeit | 🍌(1/5) | Lifestyle & Entertainment | 🍌 (1/5) |
| Geschichte & Kultur | 🍌🍌🍌🍌🍌 (5/5) | Fotogenität | 🍌🍌🍌🍌 (4/5) |
Die Mogao-Grotten und Yulin-Grotten
Wenn wir über die beste Sehenswürdigkeiten Dunhuang sprechen, stehen die Mogao-Grotten (莫高窟 – Mògāo Kū) ganz oben auf der Liste. Dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist von einer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung, die mich schlichtweg sprachlos gemacht hat. Über Jahrhunderte hinweg schlugen Mönche und Händler hunderte von Tempeln in die Felswände, gefüllt mit filigranen Wandmalereien und beeindruckenden Buddha-Statuen. Um dieses Erbe zu schützen, ist der Zugang streng reglementiert. Du solltest deine Tickets unbedingt vorab registrieren; die Besichtigung erfolgt dann im Rahmen einer geführten Tour, die tief in die religiöse Welt der alten Seidenstraße einführt. Mehr Informationen zu den Mogao-Grotten und ihrer kulturellen Bedeutung könnt ihr auch direkt auf der offiziellen Website der UNESCO (externer Link) finden.
Wer noch tiefer eintauchen möchte, kann die Yulin-Grotten (榆林窟 – Yúlín Kū) besuchen. Sie liegen etwas außerhalb und werden oft als die „kleine Schwester“ von Mogao bezeichnet. Sie sind weniger überlaufen und geben euch die Chance die detailreichen Malereien ruhiger betrachten zu können.
Oasen und Sanddünen in Dunhuang
Ein absolutes Highlight ist der Mondsichelsee (月牙泉 – Yuèyáquán) inmitten der Singenden Sanddünen (鸣沙山 – Míngshā Shān). Es ist ein fast surreales Bild: Eine grüne Oase in Form einer Mondsichel, umgeben von gigantischen, goldgelben Dünen. Besonders zum Sonnenuntergang entfaltet dieser Ort eine magische Energie. Wenn die letzten Sonnenstrahlen die Wüste in tiefes Orange tauchen, kannst du auf die Dünen steigen und den Ausblick genießen. Es gibt geführte Kamelritte entlang der Dünen und die Möglichkeit, auf Schlitten die steilen Sandhänge hinunterzusausen.



Yumen-Pass und Yangguan-Pass: Die Wächter der Seidenstraße
Weit entfernt von der restaurierten Mauer bei Peking findest du hier die rauen, echten Zeugen der Vergangenheit. Der Yumen-Pass (玉门关 – Yùmènguān) und der Yangguan-Pass (阳关 – Yángguān) markierten einst das Ende des chinesischen Kaiserreichs. Heute sieht man dort die zerfallenen Ruinen alter Kasernen und die ausgegrabenen Reste der Großen Mauer aus der Han-Dynastie. Diese Festungen waren die letzten Außenposten der Zivilisation, bevor Reisende die gefährliche Taklamakan-Wüste durchqueren mussten. Es ist ein beeindruckendes Gefühl tausende Kilometer von Peking entfernt Überreste der historischen Grenzbefestigung zu sehen. Hier habe ich ein ganz neues Gefühl der beeindruckenden Größe der Chinesischen Mauer bekommen.
Ein Kontrastprogramm dazu bietet die „Teufelsstadt“ im Yadan-Nationalpark (雅丹地质公园 – Yǎdān Dìzhì Gōngyuán). Hier haben Wind und Erosion skurrile Felsformationen geschaffen, die wie Geisterschiffe oder Fabelwesen aus dem Boden ragen. Zum Schutz dieser fragilen Natur ist das Gebiet nur mit einem Shuttlebus zugänglich. Eigenständige Wanderungen sind leider nicht erlaubt. Dennoch ist die Weite und besondere Form dieser bizarren Steinlandschaft äußerst sehenswert.



Mein persönliches Fazit: Warum sich der weite Weg zu den Sehenswürdigkeiten in Dunhuang lohnt
Dunhuang hat mir die Augen geöffnet. Es hat mir gezeigt, dass China nicht nur aus Megacitys besteht, sondern eine tief verwurzelte, interkulturelle Seele besitzt. Wenn man morgens durch die Rufe der Muezzin geweckt wird und Nachmittags auf der Spitze einer Sanddüne den Sonnenuntergang betrachtet, kann man fast vergessen, dass man sich immer noch in China befindet. Wenn du das echte, historische China jenseits der Touristenpfade suchst, dann nimm die Reise auf dich. Die besten Sehenswürdigkeiten in Dunhuang werden dich belohnen.
Hast du schon einmal über eine Reise in den Westen Chinas nachgedacht oder warst vielleicht sogar schon in der Provinz Gansu? Ich freue mich riesig über deine Erfahrungen und Gedanken in den Kommentaren – lass uns gemeinsam diese wunderbaren Ecken Chinas entdecken!


