Die Mogao Grotten in Dunhuang: Vergessenes Juwel der Seidenstraße

Die Mogao Grotten (莫高窟, Mògāokū) in Dunhuang haben mich tief beeindruckt. Dieser Ort ist das Ergebnis einer tausendjährigen Geschichte und taucht dennoch auf der touristischen Landkarte vieler Individualreisender kaum auf. An kaum einem anderen Ort könnt ihr die Geschichte und Bedeutung der Seidenstraße so direkt erleben wie hier. Ich möchte euch heute zeigen, warum die Mogao Grotten zu Unrecht so wenig bekannt sind, und euch helfen, eure eigene Reise dorthin zu planen.

Tipps für deine Planung und Anreise zu den Mogao Grotten

Es ist empfehlenswert, eure Eintrittskarten vorab zu kaufen, denn jeden Tag stehen nur begrenzte Kontingente zur Verfügung. Beim Kartenkauf stehen euch grundsätzlich zwei Optionen zur Verfügung:

  • Drittanbieter: Über Plattformen wie trip.com (Externer Affiliate Link) könnt ihr vorab buchen und habt eine bequeme englische Benutzeroberfläche.
  • Offizielle WeChat Mini-App: Um Servicegebühren zu vermeiden, könnt ihr direkt über WeChat buchen. Gebt einfach den chinesischen Namen 莫高窟 (Mògāokū) in die Suche ein.

Eintrittspreis: Der Preis liegt bei 258 RMB (ca. 33 €) pro Person. Darin enthalten ist die geführte Tour durch acht ausgewählte Grotten sowie zwei sehr interessant gestaltete Filme im Besucherzentrum, die euch vorab in die Geschichte einführen.

Der Eintritt erfolgt über ein großes Besucherzentrum. Es liegt recht nahe zum Zentrum der Stadt Dunhuang (敦煌, Dūnhuáng) und ist in etwa 15 Minuten Fahrt mit dem Taxi (Didi) leicht zu erreichen. Wer mit dem Mietwagen anreist, findet dort einen großen Parkplatz. Nach der Ticketkontrolle werdet ihr mit Shuttle-Bussen in einer etwa 20-minütigen Fahrt durch die Wüstenlandschaft zu den eigentlichen Grotten gebracht.

Die Besichtigung der Grotten ist nur über eine geführte Tour möglich. Es werden täglich englischsprachige Führungen angeboten. Da diese oft deutlich weniger nachgefragt sind als die chinesischen Touren, hatten wir unglaublich viel Glück: Wir waren sogar alleine! Unsere motivierte Führerin gab uns quasi eine Privat-Tour, was uns ganz andere Einblicke ermöglichte. Ich bin bis heute sehr dankbar für diesen Moment.

Werden dir die Mogao Grotten in Dunhuang gefallen? Meine Bewertung:

Hier findest du einen schnellen Überblick, ob die Mogao Grotten die passende Wahl für deine Reise nach Dunhuang sind:

Authentizität🍌🍌🍌🍌 (4/5)Natur🍌🍌 (2/5)
Andrang🍌🍌🍌(3/5)Budget🍌🍌🍌 (3/5)
Zugänglichkeit🍌🍌🍌(3/5)Lifestyle & Entertainment🍌 (1/5)
Geschichte & Kultur🍌🍌🍌🍌🍌 (5/5)Fotogenität🍌🍌 (2/5)

Was dich erwartet: 45.000 Quadratmeter Wandmalereien und 30 Meter hohe Statuen

Die Chinesen nennen den Ort ehrfürchtig Mogaoku (莫高窟), was so viel wie „Unvergleichliche Höhlen“ bedeutet. Wenn man vor der hohen Felswand steht, wird schnell klar, warum. Eigentlich besteht der gesamte Komplex aus etwa 700 bis 1.000 Höhlen, die bis heute fortlaufend erforscht werden. 492 Höhlen sind heute noch erhalten und begehbar. In diesen finden sich 2.415 handgemalte Skulpturen und über 45.000 Quadratmeter lebendige Wandmalereien.

Da der Zugang streng kontrolliert wird, besichtigt man im Rahmen der Standard-Führung acht ausgewählte Höhlen. Mich hat besonders beeindruckt, dass jede Höhle einzigartig ist. Manche sind klein und intim, gefüllt mit feinsten Zeichnungen, während andere riesige Buddha-Statuen beherbergen, die über mehrere Stockwerke reichen. Besonders berühmt ist der sitzende Maitreya-Buddha (弥勒佛, Mílèfú), der über 30 Meter hoch ist und zu den größten Lehmfiguren der Welt gehört. Wenn man sich vor Augen führt, dass man während der Führung nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Höhlen-Komplexes sehen kann, ist es umso beeindruckender welchen Umfang diese Pilgerstätte früher erreicht haben muss.

Wundert euch nicht über die Dunkelheit: In den Höhlen gibt es kein elektrisches Licht, um die Farben der Mineralien nicht verblassen zu lassen. Die Guides nutzen Taschenlampen, um Details zu beleuchten. Es herrscht zudem ein striktes Fotoverbot im Inneren.

Die Mogao Grotten in Dunhuang: 1.600 Jahre Geschichte

Die Mogao Grotten Dunhuang liegen im geschichtsträchtigen Hexi-Korridor (河西走廊, Héxī Zǒuláng) im Nordwesten Chinas. Diese schmale Passage, begrenzt von Wüsten und Gebirgen, war Teil der Seidenstraße. Die Oasen bei Dunhuang in der Nähe der Mogao Grotten dienten als wichtiger Rastpunkt auf der weiten Reise durch die Wüste.

Die Geschichte begann einer Legende nach im Jahr 366 n. Chr. Ein buddhistischer Mönch namens Le Zun durchquerte die Gobi-Wüste und rastete am Sanwei-Berg (三危山, Sānwēi Shān). Bei Sonnenuntergang sah er plötzlich eine Vision eines goldenen Maitreya-Buddhas am Himmel strahlen. Er war so bewegt, dass er beschloss zu bleiben und die erste Höhle in den Fels zu schlagen. Über die nächsten knapp 1.000 Jahre (4. bis 12. Jahrhundert) fügten Mönche, Künstler und Beamte laufend weitere Höhlen hinzu und erstellten dadurch diesen riesigen Komplex.

In den vielseitigen Höhlen ist üblicherweise eine Abbildung Buddhas die zentrale Komponente. Die unterschiedlichen Kunststile in den Höhlen sind faszinierend. Man erkennt indische und zentralasiatische Einflüsse, die mit chinesischen Merkmalen verschmelzen – ein wichtiger Beweis für den kulturellen Austausch entlang der Seidenstraße.

Nachdem die Seidenstraße im 14. Jahrhundert an Bedeutung verlor, wurden die Grotten fast vergessen und vom Wüstensand verschluckt. Erst im Jahr 1900 entdeckte der daoistische Mönch Wang Yuanlu die sogenannte „Bibliothekshöhle“ (Höhle 17). Darin befanden sich rund 50.000 Dokumente, die im Jahr 1036 eingemauert worden waren, um sie vor den Mongolen zu schützen. Leider wurde ein Großteil dieser wertvollen Schriften Anfang des 20. Jahrhunderts von europäischen Archäologen außer Landes gebracht. Viele dieser Relikte befinden sich heute im Britischen Museum in London.

Mein Fazit: Eine beeindruckende Zeitreise auf der Seidenstraße

Für mich waren die Mogao Grotten Dunhuang eines der absoluten Highlights meiner China-Reisen. Wenn ihr euch für Kultur interessiert und den Massentourismus ein Stück weit hinter euch lassen wollt, ist Dunhuang der perfekte Ort. Die Grotten sind heute völlig zurecht UNESCO-Weltkulturerbe und warten nur darauf, von euch entdeckt zu werden.

Planst du gerade deine Route durch China oder hast du Fragen zur Buchung über WeChat? Schreib mir gerne in die Kommentare – ich freue mich darauf, mich mit euch auszutauschen!

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