Hast du dich jemals gefragt, wie es sich anfühlt, auf einer schwimmenden Stadt mitten auf dem Ozean aufzuwachen? Ich muss ehrlich zugeben: Vor meiner ersten Kreuzfahrt hatte ich noch keine Erfahrung, was mich erwartet und hatte so meine Vorurteile. Doch nach fünf Tagen an Bord der Spectrum of the Seas von Royal Caribbean bin ich nicht nur erholt, sondern überraschenderweise ein echter Fan dieses Reisestils geworden.
In diesem Kreuzfahrt Erfahrungsbericht nehme ich dich mit auf unsere Reise von Hongkong über Okinawa bis nach Ishigaki. Du willst es kompakt? Dann springe direkt zu unserem ehrlichen Review zu unserer ersten Kreuzfahrt auf der Spectrum of the Seas.
Tag 1 (30.12.2025): Unsere erste Kreuzfahrt Erfahrung
Es ist unglaublich, wie schnell die Erinnerungen bereits nach wenigen Tagen ineinander verschwimmen. Ich muss mich heute nur 4 Tage später schon anstrengen die Erfahrung dieser Kreuzfahrt korrekt wiederzugeben. Eines vorab: Es ist erstaunlich wie „beschäftigt“ man auf einer Kreuzfahrt ist. Zwischen Essen, Schlafen, am Pool liegen, Shoppen und Entertainment bleibt kaum Zeit für ein Reisetagebuch.
Der erste Tag startete reibungslos. Den großen Koffer haben wir in Guangzhou im Hotel gelassen und reisen nur mit zwei Handgepäck Koffern. Rückblickend eine super Entscheidung! (Unsere vollständige Packliste für deine Kreuzfart) Dann ging es mit dem Zug von Guangzhou nach Hong Kong. Vom Banhof Hong Kong weiter mit dem organisierten Bus Shuttle bis zum Cruise Terminal, das etwas außerhalb der Innenstadt liegt und leider nicht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden ist. Ich war beeindruckt von der Größe des Terminals, aber noch mehr vom Ablauf: Keine halbe Stunde hat es gedauert, und wir waren an Bord!
Unser erster Eindruck an Bord war überwältigend. Die Dimensionen sind für einen Kreuzfahrt Neuling kaum vorstellbar. Wir haben erst ein paar Momente gebraucht, um uns daran zu gewöhnen und zurecht zu finden. Unser erstes Essen im Buffet-Restaurant Windjammer war allerdings ein kleiner Schock: Wir waren völlig überfordert von der Lautstärke und dem Chaos der vielen Menschen. Zum Glück war das das einzige Mal während der gesamten Kreuzfahrt. Entweder haben wir uns also daran gewöhnt oder in den kommenden Tagen haben sich die Gäste auf dem Boot gleichmäßiger verteilt. Für den Nachmittag haben wir uns direkt die iFly Experience gebucht. Der Preis war fair und vergleichbar mit den Preisen in Deutschland (30 US-$ für 1 Person, 1 Minute). Es ist vor allem beeindruckend, dass es diese Möglichkeit auf einem Schiff überhaupt gibt. Die Aktivität selbst war ok, eine nette Erfahrung, die ich aber auch nicht vermissen würde.
Außerdem haben wir ja heute unser Zimmer bezogen. Das ist wirklich ein Highlight gewesen! Unsere Balkonkabine ist deutlich größer und gemütlicher als wir erwartet hätten. Das Badezimmer und die Dusche sind mehr als ausreichend, es gibt viel Stauraum, eine gemütliche Sofa-Ecke und das Bett ist sehr bequem! Das Highlight ist der erstaunlich große Balkon auf dem man sehr gut zu zweit entspannen kann und auf dem wir noch viel Zeit verbringen werden.
Und dann war es schon Zeit zum Auslaufen des Schiffes. Hong war es direkt nach dem Ablegen nicht so wohl. Ich kann es verstehen, denn direkt am Hafen legte das Schiff eine große Wendung ein und obwohl das Schiff super stabil war, drehte sich natürlich die Skyline Hong Kongs um uns. Hong hatte das nicht vertragen und ich hatte schon Sorge sie wird seekrank. Zum Glück legte sich das aber nach einer Stunde im abgedunkelten Zimmer wieder und wir beide hatten danach keine Probleme mehr.
Am späten Nachmittag gingen wir zur Haupt-Show „Silk Street“ im „kleinen“ Theater des Schiffes. Klein, weil es nur das kleinere der beiden Theater ist, aber trotzdem erstaunlich groß. Die Technik in dem Theater und die Qualität der Performance waren schlichtweg atemberaubend. Man wusste gar nicht wo man zuerst hinsehen soll. Die Tänzer kamen aus Plattformen unter dem Boden und auf Seilen aus der Decke. Mehrere Bildschirme waren auf Robotern installiert und positionierten sich passend mit den Tänzern. Ich habe noch nie etwas vergleichbares erlebt – wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass das alles auf einem fahrenden Schiff stattfindet, einfach grandios!
Abends hatten wir einen festen Tisch im Restaurant. Das persönliche Konzept mit demselben Kellner jeden Tag gefällt mir sehr. Man merkt hier tatsächlich kaum, dass man einer von 5.100 Gästen ist. Leider war im Kontrast dazu das Essen gar nicht überzeugend. Wir waren beide enttäuscht. Geschmacklich war das Essen sehr fade und wir sind enttäuscht zurück aufs Zimmer. Da mir noch ein Highlight am Abend gefehlt hat, bin ich zurück zum Buffet Restaurant und hatte zwei Stück Pizza. Der Abend ist gerettet und wir sind beide zufrieden eingeschlafen.
Highlights des Tages:
iFly Experience: Eine Minute Flugzeit im Windtunnel an Bord des Schiffes.
Die Kabine: Unser absolutes Highlight! Die Balkonkabine ist viel größer und gemütlicher als erwartet. Viel Stauraum, bequemes Bett und ein riesiger Balkon.
Show "Silk Street": Im „kleinen“ Theater (das trotzdem riesig ist) wurde High-Tech geboten. Tänzer kommen von Seilen an der Decke und Bildschirme tanzen an Roboterarmen. Atemberaubend!



Tag 2 (31.12.2025): Silvester Party auf der Kreuzfahrt
Wir haben wunderbar und erstaunlich lange geschlafen. Das sanfte Schaukeln und das bequeme Bett sind eine Traum-Kombination. Unser erster voller Tag an Bord ist ein reiner Seetag – perfekt, um das Schiff zu erkunden, bevor die große Silvester-Party steigt.
Das Frühstück im Hauptrestaurant (Main Dining Room) hat uns positiv überrascht. Nach der Enttäuschung gestern waren wir skeptisch, aber das À-la-carte-Frühstück (von klassischen Frühstücksgerichten bis Fried Chicken und Lasagne) war spitze. Ein gelungener Start in den Tag. Für den Rest des Tages haben wir uns über die Royal Caribbean App viele Aktivitäten ausgesucht. Von denen haben wir zwar nur ca. ein Drittel tatsächlich genutzt, aber die Auswahl zu haben, war toll. Neben klassischen Trivia Quizzes, haben wir viel am Pool gelesen und entspannt.
Am frühen Abend sind wir zur Show im großen Theater (Royal Theatre). Und groß war es tatsächlich! So groß wie ein Konzertsaal an Land – nur eben auf einem schwimmenden Schiff. Die Show hat uns wieder absolut aus den Socken gehauen. Die Anzahl der Tänzerinnen und die Qualität habe ich selten so erlebt. Auch die Details und die Kreativität der Kostüme war perfekt.
Danach ging es zum Silvester Dinner im Hauptrestaurant. Diesmal hat uns das Essen wirklich gut geschmeckt. Von dort ging es weiter ins „kleine“ Theater zur Silent Disco. Von dort weiter in die mehrstöckige Einkaufspassage, wo die große Silvester Party stattgefunden hat. Zuerst hat eine Party Band gespielt und kurz vor Mitternacht hat der DJ übernommen. Alle Gäste standen zum großen Countdown zusammen und zum Jahreswechsel fielen hunderte Ballons von der Decke. Ein super Abend, volles Programm und trotzdem so entspannt und romantisch. Vor allem weil alles super organisiert war und man sich einfach zurücklehnen und die Party genießen konnte.
Highlights des Tages:
Adult-only Bereich am Pool (Solarium): Wir konnten die Ruhe mit einem Cocktail am Pool genießen und hatten viel Zeit zum entspannen und lesen.
Silvester Dinner: Diesmal hat uns das Essen wirklich sehr gut geschmeckt. Der Service war wie immer klasse!
Große Silvester Party: Ein sehr ereignisreicher Abend mit vielen Möglichkeiten. Von Silent Disco, Party Band, DJ und großer Countdown zum Jahreswechsel war alles geboten.



Tag 3 (01.01.2026): Erster Landgang in Okinawa
Schon unser dritter Tag an Bord, wieder super geschlafen und wieder super gefrühstückt. So kann der Tag starten. Heute war der erste Landtag in Okinawa. Das Wetter war leider kalt, windig und regnerisch. Viele Gründe also, dass wir nicht wirklich interessiert daran waren das Schiff zu verlassen, vor allem weil es an Bord schlichtweg zu angenehm ist. Hong wollte lieber an Bord bleiben, aber ich habe mich durchgesetzt. Da wir es aber nicht eilig hatten haben wir noch etwas im Zimmer entspannt und sind als letzte Gruppe von Bord gegangen.
Die Pass- und Zollkontrolle war erstaunlich gut organisiert und flüssig. Da der Hafen von Naha ca. 5 km vom Zentrum entfernt liegt und der Shuttle-Service vom Schiff mit 20 $ pro Person echt frech teuer war, sind wir auf eigene Faust los. Allerdings war es mit all den anderen Passagieren, die gleichzeitig von Bord gingen, nicht einfach ein Taxi zu bekommen. Nach 1 km Fußmarsch konnten wir endlich per Uber ein Taxi ergattern. Wir haben uns die Fahrt mit einem netten deutschen Pärchen geteilt, die auch etwas verloren wirkten. Es war schön, ihnen aus der Patsche zu helfen.
Naha selbst hatte wenig zu bieten, was wir aber erwartet hatten. Ein paar japanische Snacks, ein guter Cappuccino (an Bord gibt es nur Brühkaffee inklusive) und Füße vertreten – das war’s. Nach zwei Stunden haben wir uns wieder aufs Schiff gefreut.
An Bord war es dann sehr ruhig und wir beide hatten den Poolbereich quasi für uns allein. Auch wenn es etwas seltsam war unter den wachsamen Augen des Bademeisters alleine im Whirlpool zu kochen. Denn an jedem Pool stand ein Bademeister und hatte diesen und damit auch uns ständig im wachsamen Blick. Das Abendessen war heute leider wieder enttäuschend – scheinbar hat sich das Restaurant nur zum Silvester-Menü richtig Mühe gegeben. Es sollte unser letztes Abendessen im Hauptrestaurant sein. Dafür war die Show einer Band aus den Philippinen wieder eine Erfahrung für sich auf dieser Kreuzfahrt.
Highlights des Tages:
Leckerer Capuccino in Naha: Wir hatten Glück und konnten ein sehr süßes Café in Naha mit leckerem Capuccino finden. Speichere es dir auf Google Maps (externer Link)
Ruhe an Bord des Schiffes: Während der Großteil der Gäste noch auf Landgang waren, konnten wir auch die beliebten Ecken des Bootes in aller Ruhe genießen. Trotz Landtag wurden alle Services uneingeschränkt angeboten.
Tag 4 (02.01.2026): Noch mehr Erfahrungen in Ishigaki
Heute legten wir in Ishigaki an. Ich habe das zielsichere Anlegemanöver im kleinen Hafen begeistert vom Balkon aus beobachtet. Zum Glück sind wir gestern in Okinawa an Land gegangen, denn in Ishigaki gibt es keine eigene Passkontrolle mehr. Nur, wer in Okinawa durch die Kontrolle ist und ein Permit bekommen hat, hatte auch die Chance heute von Bord zu gehen. Umso unkomplizierter war es heute dann. Nachdem wir unser Zimmer wieder als eine der letzten Gruppen verlassen haben, waren wir nur 10min später auf japanischem Boden.
Ishigaki war viel angenehmer und unkomplizierter als Okinawa. Der Hafen ist kleiner und dafür auch näher an der Stadt. Da das Wetter gut war und der angebotene Shuttle Service wieder frech teuer war, haben wir diesmal den Spaziergang in die Stadt regelrecht genossen. Nur 45 Minuten später waren wir nach einem angenehmen Spaziergang an der Küste entlang in der kleinen Stadt auf Ishigaki. Es war zwar etwas surreal zu sehen, wie unser riesiges Schiff das kleine Städtchen mit Menschen flutet, aber wir haben in Ruhe lokale Läden erkundet und japanische Snacks gekauft.
Wir haben das Hauptrestaurant endgültig aufgegeben und sind zum Windjammer Buffet. Einziger Wermutstropfen: Unser toller Kellner wird uns fehlen. Aber das Essen am Buffet war deutlich besser! Hier ging es zwar etwas hektischer zu, aber trotzdem gut organisiert. Da die größte Herausforderung war einen freien Tisch zu bekommen, haben wir uns mit dem Essen holen abgewechselt. Wir haben immer zwei kleine Portionen für uns beide mitgebracht und uns gegenseitig mit der Essensauswahl überrascht.
Am Abend gingen wir natürlich wieder in die Show und sie hat uns zum vierten Mal in Folge begeistert. In der Zwischenzeit ist das Schiff abgelegt von Ishigaki und der Wellengang war sehr stark. Daher schwankte das Schiff spürbar von einer Seite zur anderen. Selbst das Gehen an Bord war nicht immer einfach. Eine ganz neue Erfahrung für uns auf dieser Kreuzfahrt. Während wir also schnell auf unseren Plätzen im Royal Theatre Platz genommen haben, musste ein Artist aus Singapur auf der Bühne damit besser klarkommen. Umso beeindruckender war ich, dass trotz der schwierigen Bedingungen die Magiernummern und Artistennummern perfekt geklappt haben.
Highlights des Tages:
Unkomplizierter Landgang in Ishigaki: Ishigaki ist deutlich kleiner als Okinawa und das haben wir genossen. Der kurze Spaziergang in die Stadt war eine angenehme Abwechslung nach 3 Tagen auf dem Kreuzfahrtschiff.
Neues Restaurant - neues Glück: Wir haben das Hauptrestaurant endgültig aufgegeben und uns sehr über die große und leckere Auswahl im Buffet-Restaurant Windjammer gefreut.
Tag 5 (03.01.2026): Unser letzter Tag an Bord
Letzter Tag an Bord! Als echter Schwabe hieß das für mich: Noch einmal alles mitnehmen, was möglich ist. Die ganze Nacht hat das Schiff unter dem Wellengang stark geschaukelt. Hong wurde zwar nicht seekrank, war aber nicht hungrig heute Morgen. Deswegen hatte ich etwas Zeit für mich alleine und habe ein ausgiebiges Frühstück genossen. Am Nachmittag ging ich joggen. Für mich ein absolutes Highlight auf dem obersten Deck des Schiffes eine gut ausgebaute Joggingstrecke mit ca. 500m pro Runde vorzufinden. Es war ein gutes Gefühl nach Tagen von essen und entspannen Sport zu machen. Natürlich waren wir auch wieder, wie jeden Tag, am Pool und haben die Aussicht auf den Ozean aus dem Whirlpool heraus genossen.
Am Ende eines sehr entspannten Tages ging es dann natürlich wieder ins Theater zur letzten Show. Die Crew hat nochmal alles rausgeholt und es gab ein tolles Musical im Broadway Stil mit vielen Darstellern, Tanz und tollem Bühnenbild. Den Abschluss bildete eine Farewell Party im kleinen Theater mit virtuellem Feuerwerk. Das Theater hat eine 270 Grad Leinwand an den Außenwänden. Darauf wurde ein großes Feuerwerk mit Effekten abgespielt. Eine tolle Erfahrung und ein romantischer Abschluss dieser Kreuzfahrt.
Highlights des Tages:
Joggingstrecke auf dem Oberdeck: Wer war schonmal mitten auf dem Ozean joggen? Dank der 500m langen Joggingstrecke auf dem Oberdeck war das möglich und ich habe den Sport nach Tagen der Auszeit genossen.
Farewall Party mit virtuellem Feuerwerk: Noch ein letztes mal gemeinsam feiern und tanzen, bevor es morgen von Bord geht. Das virtuelle Feuerwerk auf der 270 Grad Leinwand des kleinen Theaters war ein würdiger Abschluss.



Tag 6 (04.01.2026): Zurück in Hong Kong. Fazit unserer Kreuzfahrt Erfahrung
Unser letzter Morgen an Bord und wir wollen eigentlich gar nicht runter vom Schiff. Da wir nur Handgepäck hatten, konnten wir die Abreisezeit flexibel hinauszögern und noch ein letztes Mal ausgiebig frühstücken.
Ich bin skeptisch gestartet, aber nach der Erfahrung dieser 5-tägigen Kreuzfahrt hat mich Royal Caribbean, das Schiff Spectrum of the Seas uns das ganze Konzept wirklich überzeugt. Nach einem anstrengenden Jahr 2025 für uns war das der perfekte Abschluss, um Kraft zu schöpfen. Wir werden definitiv wieder eine Kreuzfahrt machen!
Falls ihr noch mehr über unser Schiff Spectrum of the Seas erfahren möchtet, findet ihr auf der offiziellen Website von Royal Caribbean viel Informationsmaterial und Videos.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du auch schon mal über eine Kreuzfahrt nachgedacht oder hast du Angst, dass es dir zu trubelig ist? Schreib mir deine Fragen gerne in die Kommentare!
1 Gedanke zu „Unsere Kreuzfahrt Erfahrung mit Royal Caribbean: 5 Tage auf See“