Jeder, der an Singapur denkt, hat sofort die beeindruckende Skyline, die futuristischen Supertrees und das geschäftige Treiben einer modernen Weltmetropole vor Augen. Was mich jedoch auf meinen Reisen am meisten beeindruckt hat, ist die einzigartige Symbiose der Stadt mit der umgebenden Natur. Im Stadtzentrum findet ihr an jeder Ecke weitläufige Parks und selbst die modernen Gebäude fallen durch ihre üppig begrünten Fassaden auf. Doch das ist noch längst nicht alles: Nur eine halbe Stunde aus dem dichten Stadtzentrum heraus könnt ihr die unberührte Natur erkunden und wandern. Wenn ihr echten tropischen Regenwald in Singapur erleben möchtet oder einfach eine Pause vom Trubel der Großstadt benötigt, dann ist eine Wanderung auf dem Tree Top Walk in Singapur ein weiteres Highlight für euch.
Anreise und Start zum Tree Top Walk
Euer Abenteuer im dichten Grün beginnt erstaunlich unkompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Für die Wanderung in Singapur nehmt ihr am besten die U-Bahn bis zur Station Bright Hill. Von dort aus sind es nur etwa 10 Minuten zu Fuß bis zum Windsor Nature Park Car Park, wo die eigentlichen Wanderwege starten.
Ab dem Parkplatz könnt ihr einfach der hervorragenden Beschilderung zum Tree Top Walk folgen. Der Weg führt euch zu Beginn über den idyllischen Venus Link und verläuft danach über den Peirce Track, der euch direkt zum eigentlichen Startpunkt des Tree Top Walks bringt. Auf diesem ersten Abschnitt passierst du auch eine Ranger Station. Hier gibt es eine öffentliche Toilette und einen Trinkwasserbrunnen. Allerdings gibt es keine Shops, um Getränke zu kaufen – bringt also eine eigene Trinkflasche mit und nutzt hier noch einmal die Chance kostenfrei mit frischem Wasser aufzufüllen.


Auf Augenhöhe mit dem Regenwald in Singapur: Die Wanderung auf den Hängebrücken
Das unbestrittene Highlight dieser kleinen Wanderung in Singapur erwartet euch am eigentlichen Tree Top Walk. Hier wandert ihr ein ganzes Stück auf freischwebenden Hängebrücken direkt zwischen den Baumkronen. Über dem dichten Blätterdach zu stehen ermöglicht eine wunderbare Aussicht auf die umliegende, unberührte Naturlandschaft.
Da es sich rund um die Wanderwege um geschützte Wildnis handelt, stehen die Chancen extrem gut, dass ihr auf dem Weg vielen einheimischen Tieren begegnet. Neben zahlreichen, farbenfrohen und mir zuvor völlig unbekannten Vogelarten sind es vor allem die Affen, die den Weg säumen. Wer schon einmal in anderen Regionen Südostasiens unterwegs war, ist von den frechen Makaken oft nicht besonders begeistert. Die Affen in Singapur waren bei unserem Besuch allerdings vergleichsweise zurückhaltend. Sie beobachten die vorbeiziehenden Wanderer eher interessiert und gelassen, anstatt aggressiv Rucksäcke zu plündern.



Der Rückweg mit Weitblick: Jelutong Tower und MacRitchie Nature Trail
Nachdem ihr den Tree Top Walk überquert habt, führt euch der Weg über den Petaling Boardwalk weiter durch den Wald. Am Ende dieses Holzstegs lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Jelutong Tower. Der Aussichtsturm ist vom Ausstieg des Boardwalks nur etwa 500 Meter entfernt. Ihr könnt den Turm kostenfrei besteigen und werdet oben mit einem fantastischen Rundumblick über den Regenwald belohnt.
Für den anschließenden Rückweg habt ihr zwei Optionen. Entweder ihr wählt denselben Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt oder ihr folgt der Beschilderung zum MacRitchie Nature Trail. Wir haben uns für die zweite Option entschieden und können diesen Rundweg absolut empfehlen. Am Ende des MacRitchie Nature Trails erreicht ihr schließlich den MacRitchie Reservoir Park. Wer nach den Kilometern zu Fuß immer noch nicht genug vom Abenteuer hat, kann sich hier spontan ein Kajak ausleihen und eine Runde auf dem spiegelglatten See paddeln. Zurück in die Innenstadt geht es danach ganz bequem über die nahegelegenen U-Bahn-Stationen Marymount oder Caldecott.
Die kürzeste Route vom Windsor Nature Park Car Park bis zum Tree Top Walk und auf gleichem Weg zurück beträgt etwa 7 bis 8 Kilometer. Mit unserem gewählten Umweg über den Jelutong Tower und dem etwas längeren Rückweg auf dem MacRitchie Nature Trail kamen wir am Ende auf insgesamt circa 10 bis 11 Kilometer.

Praktische Tipps für deine Wanderung im Dschungel von Singapur
Damit deine Wanderung in Singapur zu einem vollen Erfolg wird, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Achtet genau auf die offiziellen Öffnungszeiten des Tree Top Walks. Insbesondere am frühen Abend schließt die Hängebrücke pünktlich. Wenn ihr zu spät kommt, könnt ihr die Wanderung nicht fortsetzen und müsst unverrichteter Dinge über denselben Weg wieder umkehren. Aktuelle und offizielle Informationen zu den Öffnungszeiten findet ihr auf der offiziellen Website der Nationalparks in Singapur (externer Link).
Die Wege sind durchgehend gut angelegt und schwere Wanderstiefel sind definitiv nicht notwendig. Trotzdem solltet ihr euch für feste und geschlossene Schuhe entscheiden, die im feuchten Waldklima auch mal etwas dreckig werden dürfen. Denkt außerdem an ausreichend Sonnenschutz und sprüht euch vorab mit Moskitoschutz ein, da es im dichten Wald sehr viele Stechmücken gibt.
Auch im Umgang mit den tierischen Bewohnern ist Vorsicht geboten. In meinem Fall waren die Affen zwar alle absolut friedlich, aber um keine Konflikte heraufzubeschwören, solltet ihr es vermeiden, offene Snacks herumzutragen. Bringt insbesondere keine Plastiktüten mit auf den Wanderweg, da die Tiere diese sofort mit Essen assoziieren.
Der Eintritt zum Tree Top Walk sowie zum Jelutong Tower ist komplett kostenlos. Es ist daher nicht notwendig, im Vorfeld Tickets oder ähnliches zu reservieren.
Mein Fazit zur Wanderung: Eine lohnenswerte Abwechslung in Singapur
Ich hatte auf meinen Reisen bisher nur selten die Gelegenheit, in echten tropischen Wäldern zu wandern. Entsprechend war mein letzter Aufenthalt in Singapur perfekt dazu geeinget, um diese Erfahrung unkompliziert nachzuholen. Der Tree Top Walk und der anschließende MacRitchie Nature Trail waren für uns die ideale Kombination, um den Dschungel hautnah zu erleben und eine gelungene Abwechslung zum urbanen Großstadtleben zu bekommen. Wer Singapur von seiner grünsten und natürlichsten Seite erleben möchte, sollte diesen Ausflug bei seiner Reiseplanung keinesfalls auslassen!